.jpeg)


Sichere dir jetzt Zugang zu meinem Newsletter und erhalte konkrete Erkenntnisse aus echten Mandaten. Damit du endlich am Unternehmen arbeitest, statt im Unternehmen gefangen zu sein.
Patrick Lencioni bringt es in seinem Buch „The Four Obsessions of an Extraordinary Executive“ auf den Punkt: Außergewöhnliche Führung entsteht nicht durch Genialität, Talent oder Charisma, sondern durch radikale Fokussierung auf wenige Bereiche, die den Unterschied zwischen guten und herausragenden Organisationen ausmachen.
Je größer ein Unternehmen wird, desto weniger definiert sich Führung über das, was du tust, und desto mehr über das, was du konsequent schützt. Genau hier setzen Lencionis vier Obsessionen an: Klarheit schaffen, Klarheit überkommunizieren, Klarheit absichern und ein gesundes Führungsteam aufbauen. Kombiniert man sie mit den praktischen Werkzeugen aus dem Scaling-Up-Framework von Verne Harnish, entsteht ein kraftvolles System, mit dem du dein Unternehmen stabil skalierst. Aus meiner Arbeit mit Führungsteams weiß ich: Diese vier Punkte sind der Hebel, an dem fast alles hängt.
Das Schöne daran: Es geht nicht um angeborenes Talent oder eine besondere Persönlichkeit. Es geht um Disziplin in vier konkreten Feldern, die jede Führungskraft erlernen und systematisch verbessern kann. Genau deshalb sind diese Obsessionen so ermutigend – sie machen außergewöhnliche Führung lernbar. Schauen wir uns die vier Felder einzeln an und übersetzen sie jeweils in greifbare Werkzeuge, die du sofort einsetzen kannst.
Außergewöhnliche Führungskräfte sorgen für absolute Klarheit über Richtung, Prioritäten und Verhalten. Unklare Organisationen stagnieren – nicht wegen mangelnder Fähigkeiten, sondern wegen mangelnder Ausrichtung. Wenn der Inhaber strategisch denkt, die Führungskräfte operativ und die Mitarbeitenden alles für sich interpretieren, entstehen Reibung, Mikropolitik und Drama.
Diese Werkzeuge aus dem Scaling Up schaffen Klarheit:
Ohne diese Klarheit kann kein Team in dieselbe Richtung laufen. Mit ihr wird Wachstum plötzlich leicht.
Ein einfaches Warnsignal für fehlende Klarheit: Wenn du dieselbe Frage von verschiedenen Leuten unterschiedlich beantwortet bekommst – etwa „Was ist gerade unsere wichtigste Priorität?“ –, dann fehlt Orientierung. In gut ausgerichteten Teams klingt die Antwort an jeder Stelle im Unternehmen gleich.
Die meisten Führungskräfte unterschätzen massiv, wie oft und über wie viele Kanäle sie kommunizieren müssen. Lencioni formuliert es sinngemäß so: Wenn du als Führungskraft das Gefühl hast, etwas schon viel zu oft gesagt zu haben, hast du es wahrscheinlich gerade oft genug gesagt. Die Hauptaufgabe einer wachsenden Organisation besteht nicht darin, ständig Neues zu kommunizieren, sondern das Wichtige unermüdlich zu wiederholen.
Diese festen Kommunikationsrhythmen aus dem Scaling Up helfen dabei:
Je klarer die Meeting-Rhythmen, desto stabiler die Kultur – und desto weniger Mikromanagement ist nötig. Führung ist ein Kommunikationssport: Wer nicht überkommuniziert, verliert sein Team.
In der Praxis heißt das: lieber dieselbe Botschaft fünfmal über fünf Kanäle als einmal in einer langen E-Mail, die niemand zu Ende liest. Wiederholung ist kein Zeichen von Einfallslosigkeit, sondern von Führungsdisziplin – und sie ist der Preis dafür, dass eine Botschaft wirklich ankommt und hängen bleibt.
Außergewöhnliche Führungskräfte überlassen Klarheit nicht dem Zufall – sie verankern sie fest in Systemen. Organisationen driften nämlich automatisch ins Chaos, wenn niemand aktiv dagegensteuert: Kultur erodiert, Verantwortlichkeiten verschwimmen, Prioritäten werden unscharf. Es geht darum, ein System zu schaffen, das Klarheit immer wieder herstellt – unabhängig von Stimmung, Wachstumsschüben oder neuen Mitarbeitenden.
Wer diesen Bereich vernachlässigt, driftet. Wer ihn beherrscht, baut ein Unternehmen, das sich zunehmend „von selbst führt“.
Ein anschauliches Beispiel ist die Einarbeitung: In Unternehmen ohne Systeme erklärt jede Führungskraft neue Abläufe anders, und Wissen hängt an einzelnen Köpfen. In Unternehmen mit Systemen gibt es einen klaren, dokumentierten Onboarding-Pfad – neue Mitarbeitende sind schneller produktiv, und niemand muss das Rad jedes Mal neu erfinden. Genau diese Wiederholbarkeit ist es, die Wachstum überhaupt erst beherrschbar macht.
Gesundheit schlägt Intelligenz, und Team-Dynamik schlägt Einzelexpertise. Lencioni hat das in seinem Klassiker „Die 5 Dysfunktionen eines Teams“ ausführlich beschrieben: Ein Team kann nur dann liefern, wenn fünf Bausteine stimmen – Vertrauen als Basis, die Fähigkeit zu offenem Konflikt, echtes Commitment zu Entscheidungen, gegenseitige Verbindlichkeit und der gemeinsame Fokus auf Ergebnisse. Fehlt das Vertrauen, bricht der Rest zusammen.
Diese Bausteine stärken die Teamgesundheit:
Ergänzend hilft ein Blick auf Lencionis Modell der „6 Arten von Genialität“ („6 Types of Working Genius“), das zeigt, welche Art von Arbeit jedem Teammitglied Energie gibt und welche sie auslaugt. So lassen sich Aufgaben passend verteilen. Und natürlich gilt auch hier: Ohne die richtigen Menschen auf den richtigen Plätzen ist jedes System zum Scheitern verurteilt.
Lencionis Erfahrung deckt sich mit meiner: Die meisten Führungsteams sind nicht zu wenig intelligent, sondern zu wenig offen miteinander. Sie vermeiden den unbequemen Konflikt – und treffen dadurch schlechtere Entscheidungen. Wer Vertrauen und konstruktive Reibung im Team aufbaut, legt das Fundament, auf dem alles andere erst funktioniert.
Stell dir ehrlich diese vier Fragen – je öfter du mit „Nein“ antwortest, desto größer ist der Hebel:
Vier Disziplinen, auf die sich herausragende Führungskräfte konzentrieren: Klarheit schaffen, Klarheit immer wieder kommunizieren, Klarheit in Systemen absichern und ein gesundes, vertrauensvolles Führungsteam aufbauen.
Lencioni liefert das Warum und die Prinzipien gesunder Führung, Scaling Up die konkreten Werkzeuge – etwa den One-Page Strategic Plan, feste Meeting-Rhythmen und Kennzahlen-Dashboards. Zusammen ergeben sie ein praktisch umsetzbares Führungssystem.
Mit Klarheit. Bring zuerst deine Strategie auf eine Seite und kläre die zentralen Rollen. Erst danach lohnt es sich, in Kommunikationsrhythmen und Systeme zu investieren – sonst kommunizierst und sicherst du Unklarheit ab.
Außergewöhnliche Führung entsteht nicht dadurch, dass du mehr machst, sondern dass du vier Dinge radikal besser machst als andere: Klarheit schaffen, Klarheit konsequent kommunizieren, Klarheit in Systemen verankern und ein gesundes, verantwortungsstarkes Führungsteam formen. Scaling Up liefert dafür die konkreten, alltagstauglichen Werkzeuge. Der Unterschied zwischen einem guten und einem außergewöhnlichen Unternehmen ist selten die Strategie – er ist fast immer die Klarheit in der Führung.
.jpeg)
Lorenz Hartung begleitet als Growth Advisor und zertifizierter Scaling-Up-Coach inhabergeführte Unternehmen auf dem Weg zu nachhaltigem Wachstum – mit Fokus auf den deutschsprachigen Raum und Firmen, die in Richtung 10 Mio. Euro Umsatz und darüber hinaus skalieren. In seiner Laufbahn hat er über 150 Start-ups und Wachstumsunternehmen gecoacht, die zusammen mehr als 1 Mrd. Euro an Finanzierung eingesammelt haben. Er ist Geschäftsführer der PEAKZONE GmbH, war Mitgründer des Münchner Accelerators TechFounders und ist Speaker zu den Themen Entrepreneurship und Strategie. Seine Wurzeln im Leistungssport (ehemaliger Bundesliga-Triathlet) prägen seine Arbeitsweise: klar, ehrlich, leistungsorientiert – und immer als Sparringspartner auf Augenhöhe.